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1999 -
Die Festung Marienberg liegt oberhalb von Wuerzburg in Unterfranken. Sie traegt auch den Namen Festung Unser Frauen Berg.[1]
Lage
Die Festung ist auf einer Bergzunge auf der linken Mainseite zu finden, etwa 100 Meter ueber dem Main. Die Westseite ist die einzige flache Seite des Berges. Auf der Nordseite sind die Gaerten und Kleingaerten zu finden, die im Zuge der Landesgartenschau 1990 dort angelegt wurden. Die beiden anderen Berghaenge sind Weinberge: der kleine Hang an der oestlichen Flanke der Burg ist der Schlossberg, an der suedlichen Flanke ist die Innere Leiste zu finden.
Geschichte
Bereits in keltischer Zeit befanden sich hier eine Fliehburg und ein heidnischer Kultplatz. Nach der Voelkerwanderung kamen im 6. Jahrhundert die Franken. Zu Beginn des 8. Jahrhunderts wurde die Marienkirche, die aelteste Kirche Wuerzburgs, errichtet, in der anfaenglich die Wuerzburger Bischoefe bestattet wurden, wovon die Grabplatten zeugen. Unterhalb der Festung zum Main hin befindet sich die aelteste Kirche der Stadt im Tal, St. Burkard.
Die Festung wurde im Laufe der Geschichte mehrfach umgebaut. Die aeltesten noch erhaltenen Teile sind von 704 (kleine Marienkirche).
Um 1200 wurde bereits eine Burganlage mit Bergfried und tiefem Brunnen erbaut, das Palais des Konrad von Querfurt. Von 1253 bis 1719 war die Festung Marienberg die Residenz der Wuerzburger Fuerstbischoefe.
Bauernkrieg
Im Jahr 1525, waehrend des Bauernkriegs, wurde die Festung Marienberg erfolglos berannt. Fuer die Anhaenger des Bischofs Konrad II. von Thuengen blieb die Festung Rueckzugspunkt in einem sonst verwuesteten Bistum bis schliesslich Truppen des Schwaebischen Bundes und ein Heer des aus dem Exil zurueckkehrenden Bischofs die militaerisch schlecht organisierten Bauern besiegte. Die aufstaendischen Bauern erlitten eine schwere Niederlage vor den Toren der Stadt Wuerzburg.
Festungskommandant waehrend der Belagerung durch die Bauern war Dompropst Markgraf Friedrich von Brandenburg (1497–1536). Er befehligte 18 Rotten, die planmaessig auf verschiedene Abschnitte der Festung verteilt waren, zusaetzlich behielt er eine Eingreifreserve bei sich. Die Truppen waren rechtzeitig von Rotenhan aus den Burgbesatzungen von Werneck, Rothenfels, Homburg und Karlburg zusammengezogen worden. Insgesamt befanden sich 400 Menschen auf der Festung, davon waren etwas ueber 240 Personen waffenfaehig. Zu den prominenten Personen gehoerten Graf Wolf von Castell, der Domherr Hans von Lichtenstein, der Domherr Melchior Zobel von Giebelstadt, Hans von Grumbach, Otto Gross, Sigmund Fuchs, Hainz von Stein, Wolf von Fulbach, Matern von Vestenberg, Werner von Stetten, Sebastian Geyer, Lorenz von Hutten, Wendel von Lichtenstein, Andreas Stein von Altenstein, Georg Wemckdinger, Barthel Truchsess, Goetz von Thuengen und Philipp Bernheimer. Zum Kriegsrat zaehlte der Hofmeister Sebastian von Rotenhan, Philipp von Herbilstatt, Eustachius und Bernhard von Thuengen, Carl Zoellner, Friedrich von Schwarzenberg, Hans von Bibra und Silvester von Schaumberg. Anwesend waren ausserdem Dechant Johann von Guttenberg, Konrad von Bibra und noch weitere Wuerzburger Domherren. [2] [3]
Ein kleines Denkmal bei der Tellsteige am Hang der Festung Marienberg erinnert an die Haufen der Bauern und ihre Anliegen. Tilman Riemenschneider soll sich als Mitglied des Stadtrates auf die Seite der Bauern gestellt haben und wurde deshalb auf der Festung Marienberg nach dem Zusammenbruch des Aufstandes fuer sechs Wochen inhaftiert. Das historische Gasthaus Hof zum Stachel in der Gressengasse war damals ein Treffpunkt der aufbegehrenden Buerger und Bauern und fuer Eingeweihte am Morgenstern (Stachel) als Wirtshausschild zu erkennen.
Neuzeit
Nachdem ein Brand (ausgeloest durch den Fuerstbischof Friedrich von Wirsberg) am 22. Februar 1572 Teile der Burg mit der Hofbibliothek zerstoert hatte, wurde ab 1573 unter dem neuen Fuerstbischof Julius Echter von Mespelbrunn die Umgestaltung zu einem Renaissanceschloss betrieben, das sich in der damaligen Form erhalten hat. Im Suedfluegel liess Julius Echter 1579 seine neue Bibliothek einrichten.
Im Dreissigjaehrigen Krieg eroberten die Schweden unter Gustav II. Adolf die Festung am 18. Oktober 1631. Der Umbau zur barocken Festungsanlage geschah erst durch die nach der Vertreibung der Schweden zurueckgekehrten fraenkischen Fuerstbischoefe.
Fuerstbischof Johann Philipp von Schoenborn (1642–1673) und seine Nachfolger liessen zahlreiche weitere militaerische Befestigungen und Bastionen errichten. Insgesamt wurden Mauern auf zwoelf Kilometer Laenge angelegt. Neben dem Bergfried im Inneren der Burg befindet sich ein Brunnenhaus, in dem sich der 105 Meter tiefe Brunnen der Festung befindet. Der Fuerstengarten wurde in seiner heutigen Form um 1700, der Maschikuliturm ab 1724 errichtet.
Im Mainfeldzug 1866 nahm die preussische Armee den Marienberg, der als koeniglich bayerische Festung diente, unter Feuer. Der Beschuss loeste einen heftigen Brand auf dem Marienberg aus, doch konnte die bayerische Festungsartillerie das Feuer wirksam erwidern, und der Marienberg blieb bis zum Waffenstillstand, der am gleichen Tage wie die erste Beschiessung geschlossen wurde (26. Juli 1866), unbezwungen.
Beim Bombenangriff auf Wuerzburg am 16. Maerz 1945 wurde die Festung stark beschaedigt und ab 1950 wieder aufgebaut.
Architektur
Die Berghoehe war bereits um ca. 1000 v. Chr. von den Kelten bewohnt, im 6. Jahrhundert
nahmen die Franken den Huegel in Besitz. Um 706 wurde eine erste Marienkirche errichtet,
der merowingische Rundbau, der spaeter mehrmals umgebaut wurde, ist eines der aeltesten
Gebaeude Deutschlands. Die Kirche befindet sich im inneren Burghof, in dem sich auch
der achteckige Brunnenbau und der runde, um 1200 erbaute Bergfried befindet. Damals
begann Bischof Konrad I. von Querfurt die Burg zu befestigen. Die den Burghof umschliessende
Burg wird an drei Seiten von Tuermen begrenzt, dem Randersackerer Turm (Sonnenturm)
im Suedosten, den Marienturm im Nordosten und den Kiliansturm im Nordwesten. Auf
dem Marienturm befindet sich das gleiche Bild der Maria im Strahlenkranz wie auf
dem Turm der Marienkapelle am Markt (in Sichtverbindung). Durch das Scherenbergtor
erfolgt der Zugang zum inneren Burghof. Um 1500 wurde die Bibratreppe als Zugang
zur Bischofswohnung im Fuerstenbau errichtet. Ab 1572 veranlasste Fuerstbischof Julius
Echter von Mespelbrunn grosse Neu-
Nutzung heute
Die Festung Marienberg beherbergt heute das Mainfraenkische Museum Wuerzburg sowie das Fuerstenbaumuseum.
Siehe auch
Einzelnachweise
↑ Vgl. Werner Hess: Martin Luther. Eine Einfuehrung in sein Leben. Evangelisches Verlagswerk: Stuttgart, 1954, Seite 55
↑ Personenliste nach Dr. Karl Heinrich Freiherr Roth von Schreckenstein: Geschichte der ehemaligen freien Reichsritterschaft in Schwaben, Franken und am Rheinstrome, nach Quellen bearbeitet. Zweiter Band. Tuebingen 1862. S. 265.
↑ Carlheinz Graeter: Der Bauernkrieg in Franken. Stuertz Verlag Wuerzburg 1975. S. 111.
Literatur
Quelle: wikipedia.org
Diese Diashow wird musikalisch von der Bayernhymne begleitet
Festung Marienberg
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